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Sommer 2020 – Zahnimplantate trotz Begleit­erkrankungen

Die Implantologie hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt und bietet für viele Menschen die beste Option bei Zahnverlust. Heute kann nahezu jeder Patient mit implantatgetragenem Zahnersatz versorgt werden, auch Begleiterkrankungen wie Osteoporose, Parodontitis oder Diabetes schließen eine Implantation keineswegs grundsätzlich aus.

Implantate und Osteoporose

Osteoporose ist eine Systemerkrankung des Skeletts, die sich durch eine verminderte Knochendichte und eine erhöhte Knochenbrüchigkeit auszeichnet. Eine ausreichende Dichte und Stabilität des Kieferknochens ist jedoch eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantatbehandlung.

Bei Osteoporose-Patienten ist der Knochenstoffwechsel zwar gestört, dennoch ist bei ihnen in vielen Fällen eine Implantatbehandlung möglich. Wichtig sind eine gründliche Voruntersuchung und -besprechung sowie eine auf die Erkrankung abgestimmte Behandlungstechnik. Beispielsweise kann es je nach Knochenqualität und -zusammensetzung hilfreich sein, das Implantat vorsichtig „einzuklopfen“. Mit diesen speziellen Verfahren bei der eigentlichen OP und einer verlängerten Einheilzeit ist die Erfolgsprognose mit der von gesunden Patienten vergleichbar.

Bei Patienten, die knochenhärtende Medikamente wie Bisphosphonate einnehmen, wird in Absprache mit dem Hausarzt entschieden, ob und wann diese vor der OP abgesetzt werden sollten. Setzen Sie die Medikamente nicht selbstständig ab!

Implantate und Diabetes

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Dieser hat unter anderem Einfluss auf die Wundheilung, die Immunabwehr und die Knochenproduktion und kann somit die Einheilung eines Implantats in den Kieferknochen beeinträchtigen.

Doch mittlerweile können in der Implantologie bei Diabetespatienten ähnlich hohe Erfolgsquoten erreicht werden wie bei Patienten ohne „Zuckerkrankheit“. Voraussetzungen dafür sind eine gute Einstellung des Diabetes und die Berücksichtigung bestimmter Maßnahmen vor und während der Behandlung, wie z. B. die regelmäßige Desinfektion der Mundhöhle oder die Einnahme von Antibiotika.

Implantate und Parodontitis

Bei Parodontitis handelt es sich um eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparats. Die Keime können hierbei bis zu Zahnhaltefasern und Kieferknochen vordringen und diese Bereiche nachhaltig schädigen. Im natürlichen Gebiss hat dies häufig eine Lockerung oder sogar den Verlust eigentlich gesunder Zähne zur Folge. Bei Zahnimplantaten bedeutet ein Rückgang des Kieferknochens, dass die künstliche Zahnwurzel unter Umständen ihre feste Verankerung verliert.

Aller Schwere der Erkrankung zum Trotz ist eine Parodontitis nicht grundsätzlich als Ausschlusskriterium für eine Implantatbehandlung zu betrachten. Um optimale Voraussetzungen für eine implantatgetragene Versorgung zu schaffen, sollten akute Entzündungsprozesse jedoch zunächst gestoppt und behandelt werden. Nur ein (weitestgehend) entzündungsfreies Zahnbett macht eine langfristig erfolgreiche Implantatversorgung überhaupt erst möglich.

Prinzipiell gilt also: Selbst mit Begleiterkrankungen müssen Sie in aller Regel nicht auf feste, neue Zähne mit Zahnimplantaten verzichten!

Haben Sie Fragen dazu? Wir beraten Sie gerne persönlich!

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